In die dänische Südsee
Dieses Mal soll es richtung Osten gehen, durch den Nord-Ostsee Kanal nach Kiel und weiter in die dänischen Inseln. Verfolgt hier unsere Reise.
Tag 1 - 01.08. - Zurück ins Wasser
Endlich hängt der Eisbär wieder im Kran um in sein eigentliches Element überführt zu werden. Unter vielen Zuschauern vom Campingplatz geht aber alles gut.
Wenig später steht auch der Mast. Es geht nach Jemgum rauf und um kurz vor 10 sind die ersten technischen Probleme gelöst und die Segel sind auch aufgezogen.
Tag 2 - 02.08. - Durch die Schleuse Nesserland nach Emden
Ems rauf bis Emden und durch die Nesserland Schleuse rein nach Emden in die City Marina.
Backfisch, Kühlschrank reparieren und Pläne für den nächsten Tag schmieden.
Durchs Watt soll es über die Osterems unterhalb Juist entlang nach Norderney. Zwei Wattenhochs gilt es hier zu überqueren, welche bei Niedrigwasser ein Meter über der Wasseroberfläche liegen. Hoffentlich wird alles gut gehen.
Tag 3 - 03.08. - Ein langer Tag
Um 08 55 öffnet die Eisenbahnbrücke, kurz darauf erfahren wir, dass die Nesserland Schleuse einen Defekt hat. Zum Glück werden wir über Funk informiert, dass wir mit durch die Große Seeschleuse, zusammen mit einem Frachter schleusen dürfen.
Beim Einfahren in die Schleuse kann man Motorbootfahrer Ehen an ihre Grenzen kommen sehen aber am Ende schaffen es doch alle heile in die Schleuse.
Bei strahlendem Sonnenschein geht es Ems abwärts.
Vor dem Wattenhoch an der Osterems müssen wir Ankern und auf genügend Wasser warten. Also das erste Mal in der Nordsee baden auf diesem Törn.
Das erste Wattenhoch haben wir mit dem "ein oder anderem"Aufsetzer geschafft.
Um südlich von Juist weiter nach Norderney zu kommen müssen wir über ein weiteres Wattenhoch. Pricken markieren den Weg. Diesmal klappt es ohne Aufsitzer.
Um halb 10 im Abendrot laufen wir in Norderney ein. Erstmal ein kühles Bier aus dem Kühlschrank.
Tag 4 - 04.08. - In den Klauen des Haifisches
Am Tag noch joggen gewesen und am Abend in der Haifischbar versumpft. Die Haifischbar ist eine dieser dunklen Löcher die einen am Abend verschluckt und erst spät wieder ausspuckt.
Leider bemerkten wir die exorbitanten Preise erst als es zu spät war....
Tag 5 - 05.08. - Mit Blitz und Donner in den Hafen von Wangerooge
Am Vormittag fahren wir mit ablaufendem Wasser aus den Hafen von Norderney. Leider kommen die Segel wieder nicht zum Einsatz und wir bolzen mit Motor gegen Wind und Welle. Am Himmel braut sich was zusammen
Nach fast 8 Stunden erreichen wir das Fahrwasser nach Wangeroog, da wir aber genug Wasser brauchen um durch das Seegat zu kommen warten wir noch eine halbe Stunde bis wir reinfahren.
Dann erwischt es uns doch noch. Mit Blitzen und Donner fahren wir in den Hafen ein. Das Gewitter fällt zum Glück nicht sehr stark aus. Und andere Segler helfen uns beim Festmachen im Päckchen.
Tag 6 - 06.08. - Gammeln aufm Strand....
Der Hafen von Wangerooge ist klein aber wenn große Päckchen gebaut werden ist trotzdem genug Platz für viele Schiffe.
Den Tag verbringen wir am Strand... Aktivurlaub quasi...
Tag 7 - 07.08. - knapp 13 Stunden auf der Nordsee
Um 12 herum ist Hochwasser Wangeroog. Da wir wieder genug Wasser zum auslaufen brauchen können wir trotz der langen bevorstehenden Strecke nicht vor 10 los. Wir starten bei blauem Himmel, Sonnenschein und endlich unter Segel.
Baldschon verdunkelt sich der Himmel. Was folgt sind mehrere aufeinander folgende Gewitter, die uns mehr oder weniger erwischen. Nach dem ersten Donnern geht es an den Mast, das Großsegel auf kleinstes Maß zu reffen.
Gute 7 Stunden geht es durch Starkregen und Donner, bis am Abend endlich Ruhe einkehrt und wir mit Regenbogen und rotem Sonnenuntergang für den Ritt belohnt werden.
Endlich im Elbfahrwasser angekommen, leider ist der Strom gegen uns und die Ankunft in Cuxhafen wird noch ein paar Stunden auf uns warten müssen.
Gegen 11 am Abend machen wir in Cuxhafen fest. Es ist bereits stock finster. Rüber zu den Nachbarn auf einen urigen Dänish Rose Spitzgatter für ein Feierabendbier und Fotos austauschen.
Tag 8 - 08.08. - Mit Vollgas nach Brunsbüttel
Endlich meint es Mutternatur einmal gut mit uns. 7 Windstärken aus WestSüdWest und 2 Knoten Strom lassen uns keine andere Möglichkeit als die Elbmündung nach Brunsbüttel hinauf zu schießen. Segeln on its finest.
Während wir uns über die 7 Windstärken beim Segeln gefreut haben, sind sie beim Einlaufen in die Schleuse neben einem Frachter eine Tortur.... Auf dem Bild sind die Tore bereits zu. Bei offenen Toren stand die Welle ins Schleusenbecken und das Wasser neben dem Frachter war ein Kochtopf....
Aber irgendwie geht es am Ende doch immer gut....
Nach der Schleuse kommt direkt ein Sportboothafen, in dem verbringen wir die Nacht.
Tag 9 - 09.08. - Durch den Nord-Ostseekanal
In dem kleinen Yachthafen in Brunsbüttel schläft man 10 Meter neben einlaufenden Frachtern..... also nicht so gut. Morgens geht es dann los Richtug Kiel.
Im Grunde geht's immer gerade aus, man hält sich brav rechts, denn den Kanal teilt man sich mit hunderten von Meter langen Frachtern.
Einer darf steuern...
... der Andere muss kochen.
Am Abend machen wir an einem kleinen Vereinshafen nahe Rendsburg in einem ruhigen Eck fest.
Tag 10 - 10.08. - Ankunft in Kiel
Gegen Mittag erreichen wir die Kieler Förde. Sie erwartet uns mit viel Sonnenschein. Wir machen für ca 3 Stunden in der Stadt fest um ein Ersatzteil für die Wasserpumpe zu besorgen, Fischbrötchen zu essen und den Wassertank wieder aufzufüllen.
Dann setzen wir wieder Segel um die Förde ein Stück rauf zu fahren, in der Hoffnung einen schönen Ankerplatz zu finden. Wir können die Strecke unter vollen Segeln bei blauem Himmel fahren.
Der Ankerplatz ist ein Volltreffer. Sehr ruhig und geschützt. Baden, Essen, ruhig schlafen....
Tag 11 - 11.08. - Abstecher nach Eckernförde
Eigentlich ist unser Zielort Kiel erreicht. Tims Zug fährt erst am Freitag und so machen wir noch einen Ausflug nach Eckernförde.
Ich habe gelesen, dass man nach Eckernförde wegen dem meist vorherrschenden Süd-West Wind nahezu immer aufkreuzen muss. 4er Wind in Böen 5 und kaum Welle, wahnsinn, so kann auch der stäbige Eisbär aufkreuzen.
Beim Durchqueren des militärischen Sperrgebietes vor Eckernförde wundern wir uns noch über ein seltsames großes Stahlteil, welches aus dem Wasser ragt aber in keiner Karte eingezeichnet ist.....?
Vor Eckernförde liegen wir an einer Boje mit Blick auf das schöne Stadtbild .
Tag 12 - 12.08. Zurück nach Kiel
Fragten wir uns gestern noch, was für ein seltsames Stahlteil aus dem Wasser ragt, bekommen wir heute über Funk mit, wie die Küstenwache einen Teil der Eckernförder Bucht frei von Schiffen hält.... hier wird gleich ein U-Boot auftauchen. Damit wäre die Frage auch geklärt.
In Kiel werde ich jetzt zwei Tage bleiben. Tim wird morgen mit dem Zug zurück in den Süden und Samstag wird Miri für drei Wochen anreisen. Na dann weiß ich ja, was ich morgen alles zu tun habe 🙂.
Tag 13 - 13.08. - Frühjahrsputz
Tim reist am Morgen nach dem Kaffee ab. Morgen kommt die Chefin an Bord. Es wird also Zeit die alte muffige Junggesellen Männer WG auf vordermann zu bringen.
Wäsche waschen....
Den Salon aufräumen, Staub wischen und aussaugen.
Die Pantry schrubben.
Bereits um 13 20 ist alles wieder sauber. Zeit eine Runde joggen zu gehen und danach im Cockpit einzupennen....
Am Abend noch einmal für ein Fischbrötchen auf die Flaniermeile, und dann dank gutem City WLAN Tatort Kiel.
Tag 14 - 14.08. - die Chefin kommt an Bord 😊
Nach dem ich noch die Lebensmittelvorräte aufgefüllt habe. Hatte ich einen Termin am Bahnhof. Miri kommt ab heute für drei Wochen mit 😊
Am Abend geht es noch in das Aquarium vom Geomare, dem großen Forschungsinstitut für Meeresbiologie. Hier erfahren wir z.B. dass Seehunde bis zu 30 Minuten lang unter der Wasseroberfläche verbringen können und dabei bis auf eine Tiefe von 400 m herabtauchen können. Der Hohe Anteil an roten Blutkörperchen und dem generell hohen Anteil an Blut zur Gesamtmasse macht dies möglich.
Im Kieler Hafen liegt noch eine Berühmtheit. Die Germania VI, die 1962 von Alfred Krupp in Auftrag gegebene erste aus Aluminium geschweißte Segelyacht.
Tag 15 - 15.08. Erkundungen mit Eisbär Junior
Früh Morgens im halb 9 geht es zum Joggen. Das Ziel: Semmeln vom Bäcker.
Am Nachmittag segeln wir die Förde ein Stück rauf bis zum bereits bekannten Ankerplatz. Diesmal wird Eisbär Junior aufgepumpt und wir erkunden die Umgebung.
An der Bucht grenzt ein stillgelegter Industriehafen an. Dieser dient heute als Kulturstätte mit Kunst und Musik. Die alte Pier war ursprünglich wohl mal für größere Boote gebaut.
Tag 16 - 16.08. - Kurzer Landgang für den Eisbär
Gefühlt hat auf der Reise nach Kiel das Ruderspiel deutlich zugenommen. Das Skegg, vor dem Ruder weist bei einem Tauchgang unters Boot auch Spiel auf. So beschließe ich die gute Infrastruktur um Kiel zu nutzen und lasse den Eisbär kurzfristig aus dem Wasser heben. Wir zerlegen das Skegg und glücklicherweise sind die Schweißnähte der Aufnahme tadellos. Ein Bootsbaumeister wirft auch einen Blick drauf. Es sind wohl wirklich nur die Ruderlager im Winter zu erneuern. Ein Ruderverlust ist aufgrund der durchgesteckten Konstruktion mit Skegg ausgeschlossen.
Nach kurzer Zeit ist das Skegg wieder montiert. Zwar einige Euro leichter, dafür mit einem sicheren Gefühl, dass uns das Ruder keine Probleme machen wird geht es raus nach Laboe. Es bläst ordentlich und das Anlegen im Hafen wird zu einem kleinen Abenteuer, gelingt aber ohne Rämpler.
Tag 17 - 17.08. - Rüber auf die Sonnenseite
Draußen pustet es noch immer mit Stärke 6, in Böen 7. Laboe liegt auf der Wind zugewandten Seite der Bucht. Wir beschließen zumindest bis Strande mit dem Motor gegenan zu stampfen.
Weit ist es wirklich nicht, in einer halben Stunde sind wir auf der anderen Seite. Jetzt aber an der Wind angewandten Seite der Bucht.
Hier liegt der Strand ziemlich geschützt und wir können auch eine ganze Weile die Sonne genießen.
Am Abend Vino Rosso und Gitarre.
Tag 18 - 18.08. - In Regenkleidung zum Baden
Es bläst noch immer relativ kräftig. Wir segeln 10 Meilen die Küste weiter Richtung Norden. Damp schaut zunächst vom Wasser aus, wie eine Hotelbunkerhochburg. Am äußersten Ende vom Hafen finden wir aber ein sehr schönes ruhiges Plätzchen für den Eisbären.
Zwar regnet es immer wieder ein wenig aber wir genießen den Strand mit kleinen Sandbänken doch sehr.
So sehr, dass wir trotzdem wechselhaftem Wetter Baden gehen.
Tag 19 - 19.08. - Ankern in der Schlei
Unter einfach gerefften Groß und 30 % Genua geht es weiter Richtung Norden.
Am Leuchtturm Schleimünde bergen wir die Segel und Dampfen noch etwa zwei Seemeilen in die Schlei.
Wir Ankern in einer Bucht hinter Maasholm. Eisbär Junior wird zu Wasser gelassen um die Stadt zu besuchen.
Mit dem Schlauchboot gegen den starken Wind anzurudern ist gar nicht so leicht aber es lohnt sich. Maasholm wirkt wie eine Insel, trotz, dass es mit dem Festland verbunden ist.
Kleine Gassen ziehen sich durch eine Siedlung mit alten Fischerhäusern.
Tag 20 - 20.08. - In die dänische Südsee
Der Wind ist für heute mit 10 Knoten aus WestNordWest angesagt. Ideale Bedingungen um nach Ærø zu fahren, also wie geplant, ab in die dänische Südsee
Dann kommt esdoch anders. Der Wind fällt deutlich südlicher und deutlich schwächer ein. Naja, dann eben motoren. Der Autopilot steuert und wir gruscheln so auf dem Boot rum. Viel ist nicht los auf dem Wasser. Ab und zu mal Rundumschauen reicht.
Irgend wann sind wir in dänischen Gewässern und es ist Zeit die Gastlandsfahne zu setzen.
Am Nachmittag laufen wir in den Hafen von Marstal ein. Dieser war einst neben Kopenhagen der wichtigste Handelshafen Dänemarks.
Die Stadt ist typisch skandinavisch. Sogar einige Häuser in Falun Rot gibt es. Die schwedische rote Farbe, die aus Abfallprodukten der Kupfermine in Falun gewonnen wird.
Tag 21 - 21.08. - Sonnige Südsee
Am Vormittag ist der Himmel noch wolkig. Wir wandern auf der Insel ein Stück und kommen an kleine, bunte, Badebuden vorbei.
Gegen Nachmittag wird es immer wärmer. Der Wind weht schwach aber stetig. Der Autopilot steuert und so lassen wir uns langsam nach Langeland rüberschieben.
Hier ankern wir wieder in einer geschützten Bucht und paddeln am Abend noch ein wenig die Küste entlang.
Tag 22 - 22.08. - Kulinarische Inselwanderung
Am Morgen ziehen wir das Großsegel hoch und dann den Anker. Ohne die Maschine zu nutzen segeln wir rüber nach Strynø. Ok, in den Hafen hinein motoren wir schon den der ist sehr klein. Die Insel ist voll von Obstbäumen und Beerensträuchern. Miri kommt satt von der Wanderung zurück.
Von Strynø geht es am späten Nachmittag wieder weiter Richtung Norden. Eigentlich steht der Wind gut zum Segeln, wir tuen dies auch größtenteils. Nur bläst der Wind frontal durch die 24 m hohe Brücke, welche Siø und Langeland verbindet. Die Durchfahrt müssen wir unter Motor fahren.
Nach der Brücke können wir aber die Segel wieder setzen und rauschen dahin.
Am Abend kommen wir auf Thurø an. Wieder geht der Anker in einer geschützten Bucht runter.
Tag 23 - 23.08. - Inseltag
Heute bleibt der Anker mal am Boden. Wir paddeln zur Insel rüber um eine längere Wanderung zu machen.
Zunächst geht es eine Weile durch einen etwas höher gelegenen Wald, dann runter an die Küste.
Hier lässt es sich aushalten. Schaukeln, baden und sonnen.
Am Abend gibt es Abendessen im Sonnenuntergang
Tag 24 - 24.08. - Begegnung mit Walen
Wir fahren den Svendborgsund in westliche Richtung. Über Mittag fahren wir kurz nach Svendborg rein um unsere Vorräte aufzufüllen.
Am Himmel zeigt sich ein beeindruckender Halo um die Sonne. Einen Halo kannte ich bisher nur aus den Lehrbüchern zur Wetterkunde. Er entsteht durch die Brechung des Lichtes an feinen Eiskristallen im obersten Wolkenstockwerk. Zusammen mit aufkommenden Cirruswolken, also feinen Federwolken kündigt der Halo den Durchzug einer Kaltfront in 24 Stunden an.
Unterwegs, zu unserem Ziel Skarø begegnen wir Schweinswale. Im Grunde schauen Sie aus wie Delfine, sind nur deutlich kleiner. Außerdem treten sie im Gegensatz zu Delfinen in deutlich kleineren "Schulen" auf. 2013 waren nur noch etwa 300 Exemplare in der Ostsee heimisch.
Tag 25 - 25.08. - Dusche für Miri
Draußen weht es wieder ordentlich, erst gegen Abend soll es etwas ruhiger werden. Bis dahin genießen wir die Gemütlichkeit unter Deck.
Der starke Westwind hat das Wasser aus dem westlichen Gebiet der Ostsee gedrückt und beim Auslaufen aus dem kleinen Hafen war nur noch wenig Wasser unterm Kiel.
Die 7 Windstärken haben draußen inzwischen eine ordentliche Welle aufgebaut. Wir haben nur ein wenig von der Genua ausgerollt.
Miriam steht an der Pinne. Immer mal wieder schaffen es einige Wellen an der Bordwand soweit aufzusteigen, das Miri sie als Dusche abbekommt.
Am Abend erreichen wir Ærøskobing. Neben dem Hafen schaut es fast aus wie an der Nordsee bei Niedrigwasser. Ganze 60 cm ist der Wasserstand durch den Starkwind gefallen.
Wir ziehen uns fix etwas Stadttaugliches an und gehen heute mal ins Restaurant.
Tag 26 - 26.08. - Stadtbummel in Ærøskobing
Ærøskobing besteht aus vielen, bunten, sehr alten Häusern. Von der Kopsteingepflasterten Hauptstraße zweigen immer wieder kleine Gassen ab.
Für ein paar dänische Kronen kann man das Haus von Gunnar Hammerich besichtigen. Er war ein Bildhauer aber vor allem ein Reisender Sammler. So ist das Haus voll von Gegenständen aus einer vergangenen Zeit.
Im Haus durften wir erleben, dass die Menschen früher wohl deutlich kleiner waren als wir.
Tag 27 - 27.08. - Letzter Besuch einer dänischen Südseeinsel
Der Wind meint es heute mal wieder gut mit uns. Mit Reff 1 im Großsegel und 80 % Genua geht es hart am Wind nach Lyø. Dies wird die letzte Insel sein, die wir in der dänischen Südsee besuchen werden.
Kaum angekommen hat Miri schon den Rucksack zur Wanderung gepackt. Unterwegs treffen wir auf den "Glockenstein" klopft man gegen ihn, so ertönt tatsächlich ein glockenartiger Ton. Der Stein wurde etwa 4000 v. Chr. als Grabstätte hier aufgebaut.
Um dieses Kapp soll es morgen nach Fünen rüber gehen, dann weiter an das dänische Festland und somit raus aus der dänische Südsee.
Am Abend spielen wir Mühle auf einem selbstgemalten Spielfeld. Mit wie vielen Steinen spielt man eigentlich Mühle? Antworten gerne per WhatsApp.
Ergänzung von Miri: Unter allen richtigen Einsendungen verlosen wir ein Mitbringsel aus Dänemark :-)
Unsere Reise durch Dänemark
Grün zeigt den bisherigen Verlauf. Gelb zeigt den Weg, wie es in etwa weiter gehen soll.
Tag 28 - 28.08. - Rüber nach Fünen
Der Tag ist grau. Wir segeln aus der dänischen Südsee nach Fünen. Von hier soll es morgen zurück zum Festland gehen.
Die Wettervorhersage für morgen scheint ideal für den Weg zurück. Nach unserer Ankunft auf Fünen gehen wir noch eine Runde joggen und freuen uns über fünf Teilnahmen am Gewinspiel. Da werden wir morgen Abend uns streiten müssen, wer die Glücksfee sein darf. Was das Mitbringsel sein wird, steht übrigens noch nicht fest :-)
Tag 29 - 29.08. - Zurück zum Festland
Kurs West. 25 Seemeilen stehen heute auf dem Programm. Es ist zwar noch immer grau aber der Wind ist uns sehr gnädig. Schöne Fünf Beaufort blasen von schräg hinten.
Nach fünf bis sechs Stunden erreichen wir Dyvik. Anker runter. Erst mal eine Runde ausruhen. So langsam kommt auch die Sonne mal wieder raus. Wir paddeln noch an Land und gehen eine Runde spazieren.
Am Abend losen wir bei einem Glas Rotwein aus unseren fünf Teilnehmern den Gewinner für unser dänisches Mitbringsel. And the Winner is...
Tag 30 - 30.08. - Das schöne Wetter ist zurück und der Wind meint es weiterhin gut mit uns
Wieder einmal startet der Morgen ohne Motorgeräusche Großsegel hoch, Anker rauf, Großschot dicht und das Vorsegel ausrollen.Raus geht es aus der Bucht.
Das muss dieses Segeln sein, dass alle vor Augen haben, wenn man sagt "Wir fahren im Sommer zum Segeln an die See" Erst zum Anlegen wird die Maschine gestartet.
Die Nacht verbringen wir im Stadthafen von Sonderborg.
Tag 31 - 31.08. - Zurück in bereits bekannte Gewässer
Wind genau von Achtern. Leider recht wenig. Nach dem wir ohne Maschine mit dem Großsegel von der Hafenmauer in Sonderborg abgelegt haben war eigentlich das Ziel ganz ohne Motor an den Ankerplatz zu kommen. Wir bauen einen Schmetterling auf. Also das Vorsegel zur einen Seite ausbaumen und das Großsegel auf die andere Seite. Fixiert mit einem Bullenstander, sodass es nicht überschlagen kann.
Leider flaut der Wind mehr und mehr ab und wir motoren die Hälfte der 20 Seemeilen. Am Abend fällt der Anker wieder in der Schlei. Der Tag wird mit einem grandiosen Sonnenuntergang belohnt.
Tag 32 - 01.09. - Ein ruhiger Tag auf der Ostsee
Wieder schwacher Wind genau von Achtern. Miri setzt den Spibaum an die Genua und ich fixiere das Großsegel wieder. Autopilot an und Geduld. Mit 2,5 Knoten schleichen wir die Küste weiter Richtung Süden.
Wir kochen, liegen auf dem Vordeck rum und hören Kanal 16 über Funk mit. Unser Ziel ist heute Eckernförde. Leider ist der Weg voll von militärischen Sperrgebieten. Es ist gar nicht so leicht den Überblick zu behalten, wo man eigentlich fahren darf und wo nicht. Über Funk hören wir wie vereinzelt Boote aufgefordert werden ihre Kurse zu ändern und tatsächlich hören wir auch das dumpfe Donnern der Schießübungen der Militärschiffe.
Tag 33 - 02.09. - Zurück in der Kielerförde
Wieder viel Sonne aber wenig Wind. Mit dem Motor geht es in die Kielerförde. Der Anker fällt in die bekannte Bucht neben der Stadt.
Nach dem wir vom Joggen zurück zum Eisbär gepaddelt sind, reinige ich den Rumpf ein wenig von außen. Leider bekomme ich die hässlichen Rostfahnen nicht weg.
Miri sieht zwei Standuppaddler und wünscht sich auch eines. Herzaubern konnten wir leider kein SUP, also versuchen wir es mit dem Dinghi. Vorsichtshalber mal lieber das Handy auf dem Boot lassen :-D .
Tag 34 - 03.09. - Auf den Scooter gekommen
Ein letztes Mal steht Miri an der Pinne. Wir fahren wieder nach Kiel rein, um übers Wochenende die Crew zu wechseln. Miri wird nach Hause fahren und zwei Freunde werden kommen um den Eisbären wieder an die Ems mit mir zu fahren.
In Kiel haben wir einige Besorgungen zu erledigen. Ein Ersatzteil für die Positionsbeleuchtung besorgen, Diesel besorgen... Da alles mit sehr viel Lauferei quer durch Kiel verbunden ist, beschließen wir die viel diskutierten öffentlichen E-Scooter einmal auszuprobieren. Tatsächlich sehr praktisch... einmal mit dem Handy freigeschaltet, flitzt man mit bis zu 20 km/h dahin.
Tag 35 - 04.09. - Neue Crew an Bord
Heute kommt die neue Crew an Bord. Für Miri und mich heißt es einkaufen. Ich möchte für die Strecke zurück, die in einer Woche geschehen soll nicht zwingend einen Hafen anlaufen müssen, um zu proviantieren.
Mit Marius und Sebastian wird es morgen los, zurück durch den NOK gehen. Auf der Hinreise in zwei Tagen gemacht soll es morgen in einem Rutsch durch bis Brunsbüttel gehen.
Tag 36 - 05.09. - 50 Seemeilen durch den Kanal knattern
Miri macht sich um 5 auf den Weg heim. Ich stehe mit auf sage noch tschüss und mache Kaffee. Wir kommen früh los. Leider verpassen wir die erste Schleusung und kommen dann gar nicht so früh in den NOK rein.
Wir wollen den Nord-Ostseekanal an einem Tag durchfahren also 10 Stunden mit dem Motor knattern. Marius nutzt die Zeit um einen riesen Haufen Kaspressknödel zu braten.
Um 9 kommen wir in Brunsbüttel an. Es geht mehr oder weniger gleich ins Bett. Um 2 in der Nacht wollen wir mit dem Hochwasser ausschleusen, rauf nach Cuxhaven, Diesel tanken und in der Nacht gleich weiter nach Helgoland.
Tag 37 - 06.09. - Ambitionierter Start nach Helgoland mit kleinem Dämpfer
Um viertel vor 2 klingelt auch schon wieder der Wecker. Die Schleuse kurz angefunkt und die Tore gehen auf um uns in die Elbe zu heben. Mit bis zu 9 Knoten schießen wir im Elbstrom durch die Nacht. Um kurz nach vier geht es rein, in den Yachthafen von Cuxhaven. Schnell Diesel auftanken und weiter nach Helgoland. Doch dann: Tankstelle leer. Ohne Diesel kann es nicht weiter gehen. Der Schlag nach Helgoland ist hier vorbei. Frustriert gehen wir wieder schlafen.
Am Vormittag kommt der Tanklaster und die Tanke gibt wieder Sprit her. Wir machen den Tank und die Kanister voll. Ab 14 Uhr ist wieder ablaufendes Wasser auf der Elbe. Nächster Anlauf auf Helgoland.
Kurz vor 8 am Abend laufen wir in den Hafen von Helgoland ein. Schnell ne Dose Bier schnappen und aufs Oberland. Der Sonnenuntergang über der Nordsee ist fantastisch.
Tag 38 - 07.09. - Inseltag auf Helgoland
Nach dem wenigen Schlaf am Vortag gehen wir es heute ruhig an. Lesen...
... Kochen, chillige Musik duddelt aus der box.
Mittags starten wir unsere Erkundungstour. Auf dem Oberland schauen wir uns die Lummen an. Dieser Fels ist der einzige Ort in Deutschland, an dem die Seevögel brüten und ihre Jungen aufziehen.
Am Strand üben wir uns darin Steine übers Wasser springen zu lassen. Marius legt dabei Recordverdächtige Würfe hin.
Tag 39 - 08.09 - Helgoland wurde uns geschenkt
Um 7 geht es los nach Norderney. Wieder strahlend blauer Himmel aber leider keinen Wind zum Segeln. Dafür ist die Nordsee wieder friedlich wie ein Ententeich. Helgoland bekommt man sicher nicht oft so einfach geschenkt.
Um 4 auf Norderney angekommen gehen wir noch an den Strand und am Abend in den Nordseestuben essen. Um die Haifischbar machen wir aber diesmal einen Bogen.
Tag 40 - 09.09. - In, für den Eisbären heimische Gewässer
Wieder absolute Stille und Sonne auf der Nordsee. Wir tuckern durch das Wattenmeer Richtung Emden.
Die sogenannten Pricken weisen den Weg durch das trockenfallende Watt südlich von Juist.
Gegen 6 am Abend fahren wir durch die Nesserlandschleuse nach Emden. Die dahinter liegende Eisenbahnbrücke macht am Abend leider nicht mehr auf, so verbringen wir die Nacht in einem kleinen Vereinshafen statt in der Innenstadt.
Tag 41 - 10.09. - Wo gibt's den besten Fisch?
Wir machen heute ausnahmsweise mal eine Kurze Strecke. Rüber über die Ems, ein kleines Stück Fluss aufwärts und rein nach Ditzum. Hier liegen die Fischkutter vorm Fischhaus, hier sind wir heute mehr als einmal zum Essen.
Typisch Häfen an der Emsmündung. Bei Niedrigwasser liegt man hier im Matsch. Auch Kielyachten können hier problemlos trockenfallen.
Tag 42 - 11.09. - Jede Reise hat ein Ende
- 698 zurückgelegte Seemeilen später -
Vielen lieben Dank an Tim, Miriam, Marius und Sebastian und auch an Jens und meine Eltern als Landcrew, die beim Instandhalten vom Eisbären fleißig helfen 😊